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Retro Review von B. von Klitzing () | 09.07.2008
J.J. & Jeff gehört sicherlich zu den bislang bizarrsten Spielen auf der Virtual Console, auf einer Stufe mit Cho Aniki. Ursprünglich in Japan als Kato Chan & Ken Chan veröffentlicht, brachte es eine japanische TV-Serie auf die PC-Engine. Im Fernsehvorbild führten Ken Shimura und Cha Kato kleine Sketche auf und ließen sich satirisch über aktuelle Geschehnisse und Entwicklungen aus. Das dazu passende Spiel definierte sich besonders über seinen Humor südlich der Gürtelgrenze, was ihm eine Selbstzensur in den USA einbrachte, wo es schließlich als J.J. & Jeff mit neuen Charakteren, kleinen, optischen Änderungen, aber sonst dem normalen Spielinhalt auf den Markt kam.
Die beiden Detektive ziehen aus, einen vermissten Geschäftsmann zu retten, wobei sie wohl in Konkurrenz stehen, denn je nach Wahl der Spielfigur, wartet die andere an bestimmten Orten innerhalb der Hüpflevels entweder „dosenwerfend“ in einer Mülltonne oder untätig auf einen saftigen Tritt. Obwohl untätig nicht ganz korrekt ist; wo die japanischen Originale noch eindeutig urinierend herumstanden, zeugt im Westen nur noch die Körperhaltung davon, was J.J. und Jeff an einer Laterne tun. Eine größere Bedrohung geht indes von anderen Feinden in Form von winzigen Insekten aller Art (China Warrior lässt grüßen), Wachleuten, Hunden und Haufen-werfenden Vögeln aus. Kontakte mit ihnen reduzieren ähnlich Wonder Boy (alias Adventure Island) den Vitality-Balken, der sich ohnehin mit der Zeit leert. Hier schaffen Lebensmittel Abhilfe. Friedliche Naturen weichen den Gegner einfach aus, alle anderen erwehren sich mit Sprüngen auf den Kopf, mickrigen Tritten oder einer Sprühdose, die im Original noch ein gezielter Einsatz von Flatulenz war.
Die mit Abstand größte Gefahr stellt jedoch der Held selbst dar. Er steuert sich dermaßen schwammig und bremst so spät vor allem nach Landungen, dass Touren über sich bewegende Plattformen schnell zum Krampf verkommen. Hier hilft auch der nette Humor kaum noch weiter. Laternen, die mit einem weiten Sprung getreten werden, spendieren Extraleben. Toiletten-Häuschen offenbaren kleine Klaumaukszenen. Der Kontrahent läuft gelegentlich nach einem Tritt mit einer dicken Beule umher. Mehr gibt es denn auch kaum zu diesem missglückten Wonder Boy Clon zu sagen. Ab und an sind Schlüssel oder Levelwarps verborgen, Bosse warten gelegentlich – Standardangelegenheiten. Erwähnenswert und symptomatisch ist das Continue-System (von dem man oft Gebrauch macht): Normalerweise startet das Spiel nach jedem Verlust des letzten Lebens wieder von vorne, doch wer I und II gedrückt hält und dann auf Run drückt, darf beim Ort des Ablebens weiterspielen. Absolut unnötig.
Fazit:
Fans arcadiger Hüpfkost sind mit Wonder Boy, Monster Lair und Super Mario Bros. wesentlich besser bedient. J.J. & Jeff leidet vor allem unter der unpräzisen Steuerung, ohne die der Titel zumindest ordentlichen Spielspaß gepaart mit nettem, ungewöhnlichem Humor bieten könnte. So bleibt der Rat, sich eventuell einige Videos anzuschauen und dann abzuwägen, ob man die 600 Punkte nicht doch besser investieren kann.
Von B. von Klitzing
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Retro Review:
J.J. & Jeff
Hersteller
Hudson Soft
Erscheinungsjahr
1990
Genre
Action
Spieler
1
Nutzbare Controller
· Wii-Remote
· Classic Controller
· Gamecube Controller
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