Retro Review von B. von Klitzing () | 04.06.2008
Während Japaner bereits seit November 07 in den Genuss kommen, Panel de Pon auf der Virtual Console zu spielen, bekommen wir direkt den Nachfolger Pokémon Puzzle League spendiert. Panel de Pon ist in unseren Gefilden besser als Tetris Attack bekannt; Nintendo nahm wohl an, dass Westler nicht nur mit den knuffigen Mädels des japanischen Originals nichts anfangen könnte, sondern auch, dass sie mit plakativ mit dem Wort Tetris im Namen geködert werden müssten um einem Puzzler eine Chance zu geben. So durchforstete schließlich Yoshi bunte Areale und verschob Blöcke, die mit dem russischen Puzzle-Urgestein kaum etwas gemein hatten. Im N64-Sequel übernahmen dagegen die damals immens populären Pocket Monsters weltweit das Ruder.
Das Spielprinzip ist schnell erklärt: Auf dem Spielfeld finden sich verschiedenfarbige Quadrate, die von unten steten, aber langsamen Nachschub erfahren. Per Steuerkreuz oder Analogstick wird ein Zwei-Felder großer Cursor bewegt, der auf Knopfdruck zwei nebeneinander liegende Blöcke miteinander vertauscht. Übereinander liegen Steine lassen sich nicht direkt austauschen, was beispielsweise die Suche nach einer Lücke nötig macht, um den oberen Block nach unten fallen zu lassen, so dass er nach links oder rechts ausgetaucht werden kann. Bilden mindestens drei gleichfarbige Elemente eine horizontale oder vertikale Reihe, so lösen sie sich auf. Der besondere Kniff ist, dass die Blöcke nicht sofort verschwinden, sondern erst nach kurzer Zeit, was zum einen quasi die Zeit anhält (der Stapel wächst nicht und eine Niederlage ist in dem Moment nicht möglich) und Raum für Combos lässt. Sucht schnell nach weiteren Möglichkeiten zum bilden von Reihen und versucht, Steine so zu positionieren, dass die von oben herunterpurzelnden mit ihnen Kettenreaktionen bilden.
Besonders zum Tragen kommt dies im Stadion, dem VS. Modus für ein oder zwei Spieler. Kettenreaktionen schicken hier dem Gegenüber unifarbene Klötze auf sein Spielfeld, die er zunächst mit einer Reihenauflösung berühren muss um sie in normale Blöcke zu verwandeln. Da dies ebenfalls nicht sofort sondern einige Sekunden lang geschieht, erlaubt es das Bilden neuer Kettenreaktionen, wodurch die Felder beider Spieler schnell sehr voll werden können. Dank der Zeitstoppung können Matches dennoch sehr lang dauern. Beide Kontrahenten suchen und verschieben hektisch (aber gezielt), ohne, dass eine automatische Blockbewegung das Tempo künstlich steigert, wie es etwa bei Tetris der Fall ist. Neben dem Stadion und seinen Schwierigkeitsgraden die von einfach bis unglaublich schwierig reichen, fährt Nintendo einen umfangreichen Puzzlemodus (inklusive einiger „Action-Puzzles“), einen Endlosmodus, einen zeitbegrenzten Highscoremodus und das Kurbad auf. Hier taucht im Laufe des Spiels eine Linie auf, über der sich keine Blöcke mehr befinden dürfen um das Level zu beenden. Zusätzlich streut das Spiel einige Stages ein, die sich auf der Außenseite eines Zylinders befinden und somit praktisch dreidimensional sind.
Fazit:
Pika Pikachu, Pi – PIIIIIIII, Pikachu! Das einzige, was jemanden vom Download von Pokémon Puzzle League abhalten könnte, ist das Setting. Die dauernden Wortmeldungen der Trainer und Knuddelviecher sind sicher nicht jedermanns Sache, doch davon abgesehen haben wir es hier mit dem besten Puzzler auf der Wii zu tun. Der Umfang ist gigantisch, das Spielkonzept einfach zu lernen, aber schwierig zu meistern, Anfänger und Profis werden gleichermaßen angesprochen. Wer lieber entspannt puzzeln möchte, greift zu Mario’s Picross, wer mit mehr als einem Freund Klötze verschieben will, lädt sich Columns III herunter, alle anderen schlagen zum Preis von 1000 Punkten ohne Bedenken zu.
Von B. von Klitzing
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