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Retro Review von B. von Klitzing () | 02.02.2008
Nostalgiemodus…AKTIVIEREN! Lange bevor überhaupt die ersten Ausläufer der Pokémon-Welle nach Deutschland schwappten, machte sich ein WiiX-Red regelmäßig über die Knuddelviecher-Manie der Japaner lustig. Süße Tierchen, die gegeneinander kämpfen? Echsen mit einer Blume auf dem Rücken? Merchandising noch und nöcher? Ja und dann sogar noch die Ankündigung einer virtuellen Fotosafari auf der mit Äpfeln geworfen wird? Als ich letztgenanntes in der guten alten 64Power gelesen hatte, konnte ich mir ein Lachen endgültig nicht mehr verkneifen. Doch schließlich kam auch in erste Kontakte mit den Pocket Monsters in den USA und in Deutschland, die Skepsis wich der Erkenntnis, dass Nintendo zumeist hochwertige Spiele ablieferte und auch Pokémon Snap sollte eine faire Chance erhalten…
Das Grundkonzept ist bizarr und einzigartig: Der junge Fotograf Todd wird von Professor Eich in ein Schienengefährt namens Zero-One gesetzt, welches sich in den sieben Levels (drei davon müssen erst entdeckt werden) auf festen Schienen vorwärts bewegt. Unterwegs sollen von möglichst vielen verschiedenen Pokémon-Arten möglichst gute Fotos geschossen werden. Automatische Fortbewegung? „Schießen“? Der neueste VC-N64-Streich könnte durchaus als Rail-Shooter bezeichnet werden, aber dazu ist er im Grunde wiederum zu friedlich; also doch besser ein Action-Adventure? Schließlich reicht ein schneller Finger bei weitem nicht. Wer sich einfach treiben lässt, wird bereits eine Menge Motive finden und knipsen können, doch das ist nicht Sinn des Spiels.
Im Laufe des leider arg knappen Abenteuers erhält Todd verschiedene Möglichkeiten, neue Pokémon und Wege zu entdecken: Auf Knopfdruck fährt die Zero-One schneller, wodurch Events entdeckt werden, die später bereits beendet wären. Äpfel locken die Tierchen näher an die Kamera (mehr Punkte), beziehungsweise nah aneinander (noch mehr Punkte) oder gar zu Objekten, die ihnen besondere Posen entlocken (noch einmal noch mehr Punkte!). Gasbefüllte Bälle ärgern die Pokémon und eine Flöte schließlich bewegt sogar ein faules Relaxo zu ein wenig Motivation. Prinzipiell lässt sich Pokémon Snap binnen ein, zwei Stunden durchspielen, doch um alle 63 Pokémon (die nur den Editionen Rot, Blau und Gelb entstammen) aufzustöbern, alle Level zu finden und dem Spiel sämtliche Geheimnisse zu entlocken, ist wesentlich mehr Zeit nötig.
Der Virtual Console-Fassung spendiert Nintendo ein neues Feature: Fotos können auf der Wii-Pinwand gespeichert und Freunden geschickt werden.
Fazit:
Pokémon Snap schwimmt in Zuckerguss. Wer partout nichts mit süßen Spielen anfangen kann, ist hier absolut falsch aufgehoben. Alle anderen, die ein einmaliges Spielerlebnis nicht scheuen, freuen sich dagegen über zahllose liebevolle Details und Geheimnisse und nicht zuletzt die lange motivierende Jagd nach immer besseren Fotos. Zwischendurch wird immer mal wieder ein neues Level oder ein neues Item eingestreut, so dass die Motivation permanent hoch bleibt. Einzig ein paar mehr Levels und mehr unterschiedliche Pokémon wären nett gewesen.
Von B. von Klitzing
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Retro Review:
Pokémon Snap
Hersteller
Nintendo
Erscheinungsjahr
1999
Genre
Fotosafari
Spieler
1
Nutzbare Controller
· Classic Controller
· Gamecube Controller
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