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Crazy Quiz
Review von Marian Wehmeier (mail) | 11.07.2010
Was ist ein Kapaun? Wie verständigen sich Bienen? Wer war Sören Kierkegaard? Es ist nicht lebensnotwendig, diese Fragen beantworten zu können. Eines großen Wissens bedarf es dennoch, um beim Spiel Crazy Quiz zu punkten. Verrückt ist das nicht, herausfordernd aber allemal. Schade, dass die Entwickler vor lauter fiesen Fragen vergaßen, ein sinniges Spielkonzept zu entwerfen.

Lexikonwissen und Minispiele
Denn das Konzept, mit dem der Spieler zu leben hat, enthält keine Computergegner, und auch der Schwierigkeitsgrad der Fragen lässt sich nicht verändern. Das heißt: Wer alleine vor der Wii sitzt, wird auch digital allein gelassen, und von Kindern und Jugendlichen wird schlichtweg zuviel Wissen erwartet. Es reicht zwar nicht an die Trivial Pursuit Genus-Editionen heran. Wenn aber nach Goethes Gretchenfrage gesucht wird, ist das schon eine der leichteren Aufgaben.

Die über 2.000 Fragen verteilen sich dabei auf Schwerpunkte wie „Kunst und Literatur“, „Geschichte“ oder „Natur und Technik“. Erfreulich ist, dass selbst nach fünf, sechs Spielrunden nur selten Fragen gestellt werden, die man bereits kennt. Neben den Frage-Runden gibt es kleine Minispiele, die, wenn gewollt, für etwas Abwechslung sorgen. Dann wird kein Wissen verlangt, sondern schnelle Reaktion: Verpixelte Bilder auf dem Bildschirm und verzerrte Geräusche aus der Remote-Lautsprecher müssen schnellstmöglich erkannt werden, Wörter assoziiert oder Objekte in Fotos gefunden werden.



Lustlose Aufmachung
Auffällig gelungen ist die Vertonung. Der Moderator leitet durch die Show, liest jede Frage vor, erklärt jedes Minispiel und ist sich auch nicht zuschade, falsche Antworten mit Schmähungen zu entgelten („Noch so'ne Antwort und ich schick' sie zum Drogentest!“). Unstimmig hingegen ist die Musik, die häufig einfach aussetzt und den Spieler in einer ungemütlichen Stille zurück lässt; einer Stille, die zum Quiz-Studio nicht passen will. Das Quiz-Studio, knallig im 70er-Jahre-Stil in Szene gesetzt, entbehrt jedoch jeder Phantasie, und der Moderator hat sogar eine Assistentin, die nicht gebraucht wird. Die Präsentation wird erheblich geschmälert durch das schmucklose Design, die wenigen Animationen und die ideenarme Aufmachung.

Wenig durchdacht ist auch die Gestaltung der Cursors, mit denen jeder Spieler auf eine Antwort zeigen und klicken kann. Diese können zwar vor Spielbeginn aus verschiedenen Designs gewählt werden. Präzise sind sie jedoch alle nicht, was gerade beim Bilderrätsel zu Punktabzug führen kann.
Schließlich sorgt der Mangel an Optionen und Variationen im Spiel schnell für Ermattung: Es gibt nur eine Spielart sowie die Möglichkeit, sich die Minispiele separat auszusuchen. Das Fehlen von Computergegnern ist ärgerlich, und ebenso schmerzt der nicht einstellbare Schwierigkeitsgrad.

Fazit:
Crazy Quiz ist ein herausforderndes Rate-Spiel mit allerlei kniffliger Fragen. Leider ist die Aufmachung arm an Ideen und Details, das Konzept arm an Auswahl und Abwechslung. Wer einmal Günter Jauch gegenüber sitzen will, dem sei das hier ein gutes Trainingsprogramm. Wer jedoch häufig alleine spielt oder auf ein kurzweiliges Partyquiz hofft, wird mit diesem Spiel nicht glücklich. Sören Kierkegaard war übrigens ein Existentialist. Seine Kollegen attestierten dem Menschen die Freiheit der Wahl. Hätten sie Crazy Quiz gespielt?

Von Marian Wehmeier
Wertung für das Spiel Crazy Quiz
Wertungen Beschreibung
4.0Grafik
Dem Spiel dienliche Grafik, die wenig Phantasie und Detailsliebe innehat, sowie eine Frame-Rate, die bei Kamerafahrten grundsätzlich in die Knie geht. Muss das sein?
8.0Sound
Der Moderator liest jede Frage vor und ist sich selbst für kleine Sticheleien nicht zuschade. Die Aussetzer der Musik sind hingegen unnötig.
5.4Steuerung
Aufgrund der Cursors, die sich in Größe und Design unterscheiden, ist oft ein präzises Klicken unmöglich. Das ist vor allem bei Bilderrätseln ärgerlich, die das genaue Suchen von Gegenständen verlangen - drei Pixel klickt man daneben und, zack, die Antwort ist falsch.
5.0Gameplay
Viele Fragen, breite Themenvielfalt. Allerdings wirkt die Aufmachung derart lustlos dahingeschustert, dass Freude oder gar Spaß nur selten aufkommt. Enttäuschend ist auch der Mangel an Optionen. Und warum lässt sich kein Schwierigkeitsgrad einstellen?
5.2Gesamt
(Kein Durchschnitt der Einzelwertungen)



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