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Retro-Review von Burkhart von Klitzing (mail) | 28.09.2008
Andrew Braybrook bescherte der Spielewelt mehr als nur das hervorragende Paradroid und das spätere Amiga-Meisterwerk Fire and Ice. Im gleichen Jahr (1986) wie Sega mit Fantasy Zone versuchte sich auch der Brite an einer Alternative zu dem fest scrollenden Verlauf normaler Shooter, doch er ging mit der Aufbrechung klassischer Horizontal- und Vertikal-Klassifizierungen noch weiter. Uridium erhielt übrigens 1993 einen Nachfolger auf dem Amiga und zuvor bereits einen Quasi-Port auf das NES. Eifrige Suchen nach Uridium auf dem 8-Bitter bleiben allerdings erfolglos, denn Mindscape presste den Titel in ein Filmlizenz-Korsett und verpasste ihm den neuen Namen The Last Starfighter.
Wer sich über den Namen wundert: Das Geschehen dreht sich um 15 Weltraumschlachtschiffe einer außerirdischen Macht, die jeweils ein wertvolles Metall der Erde zu rauben versuchen. Handelt es sich dabei anfangs noch um gängige Elemente wie Zink, Blei oder Kupfer, so kratzen sich gegen Ende selbst Chemiestudenten verwundert am Kopf ob solch merkwürdiger (und nicht existenter) Metalle wie Iridon, Ergonite oder eben Uridium. Laut damals beiliegender Gebrauchsanweisung dachte der kreative Kopf Robert Orchard übrigens, dass Uridium tatsächlich existierte, als er der letzten Stage diesen Namen gab. Um den extraterrestrischen Klau zu stoppen, sendet die Erde mal wieder ein einziges Schiff aus, das fortan von links nach rechts über die Oberfläche eines Kreuzers fliegt, jedoch dabei seine Geschwindigkeit äußerst frei von langsam zu wahnsinnige Geschwindigkeit variiert und sogar jederzeit den Flug nach links antreten darf. Wie schon bei Fantasy Zone entsteht daraus das Problem, dass der Spieler stets nur einen kleinen Bereich dessen sieht, was vor ihm kommt. Da auch hier die genauen Gegnerangriffe schwer vorherzusehen oder zu lernen sind, sind oft sehr gute Reflexe oder eine lange Auseinandersetzung mit dem Spielsystem nötig, auch wenn zumindest netterweise der Kontakt mit Feinden ungefährlich ist. Nur ihre Geschosse richten Schaden an.
Eine weitere Besonderheit stellen die Bodenziele dar. Statt wie sonst in horizontalen Shootern das Geschehen von der Seite zu beobachten, schaut der Spieler hier auf seinen Gleiter, dessen Ziel es ist, genügend (wehrlose) Objekte auf den Kreuzern zu zerstören, was dem Ganzen den Charakter eines Vertical Shooters in gedrehter Perspektive verleiht. Neben den dummen feindlichen Gleitern bieten die Schlachtschiffe noch weitere Gefahren, die größten sind sicherlich die unzerstörbaren Lenkbomben, die ab und an aufsteigen und äußerst geschickt ausmanövriert werden sollten, bis sie verpuffen. Daneben drohen Kollisionen mit hohen Wänden, die im weiteren Spielverlauf sogar spezielle Flugmanöver verlangen, bei denen der Gleiter seitlich gekippt wird. Sind endlich genug Ziele auf den doch recht kleinen Kreuzern vernichtet und eine Landebahn am rechten Ende erreicht, wartet zur Belohnung ein unspektakuläres Timing-Minispiel an dessen Ende wiederum die Einleitung der Zerstörung des Schlachtschiffes steht. Fliegt daraufhin schnell wieder nach links, während unter euch das Metallgebilde hübsch in sich zerfällt und auch schon das nächste Level mit gleich bleibendem Ablauf lockt.
Fazit: Uridium ist alles andere als perfekt mit seinem hohen Frustfaktor und der mangelnden Abwechslung, dafür spielt es sich auf der anderen Hand so erfrischend anders – auch nach über 20 Jahren – und wunderbar kurzweilig, dass eine kleine Runde zwischendurch, ebenso wie ein Festbeißen für geduldige Naturen, locker drin sind.
Von Burkhart von Klitzing
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Retro Review: Uridium
HerstellerCommodore Gaming
Erscheinungsjahr1986
GenreShooter
Spieler1-2
Nutzbare Controller· Wii-Remote
· Classic Controller
· Gamecube Controller
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