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Retro-Review von Burkhart von Klitzing (mail) | 11.08.2007
Die Turtles haben einiges durchgemacht. In Deutschland wurde aus dem Wörtchen Ninja plötzlich Hero - wohl aus Angst, die japanischen Kämpfer seien zu martialisch für das kindliche Gemüt -, Ralf Zander singt die deutsche Titelmusik der Zeichentrickserie und nach den herausragenden SNES- und Mega Drive-Episoden sind die grünen Pizzafresser mit ihren neueren Spielen bestenfalls in die Belanglosigkeit abgefallen. Doch wie sieht es mit den Anfängen der virtuellen Eskapaden aus?
Das erste Teenage Mutant Ninja Turtles startet aus einer optisch ansprechenden Vogelperspektive mit Leonardo inmitten einer Stadt. Diese Abschnitte sind spielerisch wenig anspruchsvoll und dienen eher als Verbindung der zahlreichen Jump ’n Run-Abschnitte. Gullys, offene Türen, etc. führen sowohl in Stages, die durchschritten werden müssen um voranzukommen, als auch in solche, die lediglich Sackgassen mit einer kleinen Belohnung in Form von Sekundärwaffen oder Lebensenergie spendende Pizzastücke darstellen. Anders als in der Oberwelt schnellt hier der Anspruch in frustrierende Höhen. Gegner scrollen dermaßen schnell ins Bild, dass ein Ausweichen manchmal praktisch unmöglich ist, Gegner tauchen erneut auf, wenn man sich wenige Meter entfernt und wieder zurückkehrt, Zwischenbosse können unvermittelt genau dort ins Bild ploppen, wo sich der Kröterich befindet und nicht zuletzt sind die vier verschiedenen Turtles unausbalanciert. Jederzeit lässt sich zwischen den Vieren wechseln, das Game Over droht, wenn alle vier ausgeschaltet sind. Doch Michelangelo und Rafael haben keinerlei Ausgleich zu ihrer geringen Waffenreichweite. Wirklich effektiv ist nur Donatello der mit seinem Bo ’türlich ’türlich am weitesten schlagen kann.
Ebenfalls schade ist der mangelnde Einsatz der großen Lizenz. Zwar tauchen einige bekannte Charaktere wie Rocksteady, Bebop, Splinter und April auf, doch die meisten Gegner sind komplett austauschbar. Jeglicher Bezug zu der Vorlage fehlt hier. Auch die Musik entstammt nicht der Serie. Andererseits sind Optik und Sound zumindest überdurchschnittlich gut für einen NES-Titel und die Übersichtskarte, die sämtliche Eingänge der Oberwelt deutlich anzeigt ist anderen 8-Bit-Titeln weit voraus.
Fazit: Es gibt einen guten Grund dafür, dass der Angry Videogame Nerd sich über dieses Konami-Werk ausgelassen hat: Es ist schlichtweg unfair, anstatt schwierig zu sein. Die meisten Spieler werden sich spätestens in der zweiten Hälfte des ersten Levels die Zähne ausbeißen, wenn der Weg durch ein extrem dichtes Seealgen-Gebiet in einem Stausee führt und jeder Kontakt mit dem rosa Gewächs zu Lebensenergieverlust führt. Zudem fehlt oft der Bezug zu den Turtles. Es scheint als habe man die Schildkröten einfach in ein bestehendes Spiel hinein verfrachtet. Die coole Oberwelt, gepaart mit guter Technik und der guten Steuerung kann durchaus motivieren sich einige Zeit durchzubeißen, aber die Motivation lässt sehr schnell nach. Es bleibt die Frage, warum Konami auf die Idee kam, für Turtles 600 anstelle der normalen 500 Punkte zu verlangen.
Von Burkhart von Klitzing
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Retro Review: Teenage Mutant Ninja Turtles
HerstellerKonami
Erscheinungsjahr1990
GenreAction
Spieler1
Nutzbare Controller· Wii-Remote
· Classic Controller
· Gamecube Controller
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